Bad Staffelstein

Die Geschichte von Bad Staffelstein

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Bad Staffelstein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Stadt besteht seit über 1200 Jahren und hat viele Höhepunkte sowie in jüngster Zeit die Badanerkennung und die Entwicklung zum beliebten Touristenort erlebt.

Erste Siedlungsspuren finden sich im 1. Jahrhundert vor Christus. Der Ort wurde um das Jahr 800 erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. In dieser vermachte eine Gräfin Blitrud ihren Grundbesitz in Staffelstein dem Kloster Fulda. Noch nach der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 durch den späteren Kaiser Heinrich II. war die Pfarrei Teil des Bistums Würzburg. So ist die Pfarrkirche Bad Staffelstein dem Patron der Diözese Würzburg, dem hl. Kilian, geweiht.
Doch schließlich wurde die Pfarrei Staffelstein dem Bamberger Domkapitel „zur Verwaltung und Nutznießung" überlassen. Im Jahr 1416 wurde die Stadt als ein neu eingerichtetes „Amt Staffelstein" dem Domdekan mit dem Domkapitel übergeben.
Das Bamberger Domkapitel hatte dereinst den hl. Georg als Schutzpatron, so erscheint dieser heute noch im Stadtwappen von Bad Staffelstein und ist auch Schutzpatron der Stadt.

Das Stadtrecht Staffelsteins

Auf Drängen des Domkapitels und seines Propstes Eberhard wurde Staffelstein im Jahr 1130 auf einer Versammlung der Fürsten in Bamberg das Marktrecht verliehen. 1422 genehmigte der Fürstbischof Friedrich III. von Aufseß eine Befestigung der Stadt durch einen Wallgraben, Mauern und Türme. 1473 setzte der berüchtigte Raubritter Ulla von der Weiden Staffelstein in Brand. Dabei fielen das Rathaus und die Kirche den Flammen zum Opfer. Die Stadtverteidigung reichte nicht aus, so dass Staffelstein im Dreißigjährigen Krieg die schwersten Verwüstungen seiner Geschichte erlebte. Am 7. Februar 1633 fielen die Schweden in die Stadt ein, 113 Staffelsteiner wurden getötet. 1634 wurde Staffelstein von der Pest heimgesucht, die mit 400 Pesttoten die Bevölkerung gewaltig dezimierte. In der Stadt brachen auch immer wieder Brände aus. Beim großen Stadtbrand am 5. Juli 1684 brannten 330 Gebäude nieder, nur die Pfarrkirche und einige umliegende Häuser wurden nicht von den Flammen ergriffen. Die Brandruinen sind danach in höchster Eile aus kunstfertigem Fachwerk wieder aufgebaut worden. Heute sind sie das Aushängeschild der Stadt und stehen unter Ensembleschutz.

Der Staffelsteiner Bahnhof

Im 19. Jahrhundert kam es schließlich mit dem Bau des Bahnhofes zu einer Zäsur in der Stadtgeschichte. Die Stadt erhielt im Januar 1846 Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn vom Bodensee nach Hof. Der Bahnhof befand sich weit draußen vor der Stadt, jedoch zwischen dem Ort und Kloster Banz verkehrsgünstig. Heute liegt der Bahnhof  zentral zwischen Altstadt und Kurbereich.

Der Aufstieg Staffelsteins zur Amtsstadt

Staffelstein ist stetig gewachsen. 1862 hatte der Ort 1.400 Einwohner, 20 Jahre später waren es bereits deren 1.900. Es entstanden an der einst so sumpfigen Bahnhofstraße prächtige Bürgerhäuser. Eine zentrale Wasserleitung gibt es seit 1890 (erste hölzerne Vorläufer gab es bereits seit dem 15. Jahrhundert), das Krankenhaus wurde acht Jahre später mit 34 Betten eröffnet. Seit 1904 verfügt Staffelstein über ein Telefonnetz, 1907 wurde der Ort an das Stromnetz angeschlossen. Im gleichen Jahr wurde sogar die Testproduktion für ein „Staffelsteiner Automobil" aufgenommen.

So veränderte sich die Stadt in rasantem Tempo. Da Staffelstein nach einem modernen Gesicht strebte, wurde das historische Flair der Stadt als eher störend empfunden. Auch mussten die Stadttore - mit Ausnahme des Bamberger Tores - weichen, zudem riss man ein Stück der Stadtmauer in den 1880er Jahren nieder. Doch große Teile der mächtigen Anlage sind noch zu sehen. Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte die Porzellanmanufaktur in Hausen eine Boomphase und konnte so zu Spitzenzeiten 150 Arbeiter beschäftigen, auch gab es mehrere „Möbelfabriken" bzw. größere Schreinereibetriebe.

Der „Dampfbrauerei Brütting" gelang es, ihren Absatzmarkt auszuweiten und den Gerstensaft bis nach Norddeutschland zu exportieren. In Staffelstein siedelten sich auch eine Pinsel-, Möbel- und eine Zigarrenfabrik an.

Staffelstein im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit

Die beiden Weltkriege hinterließen deutliche Spuren im Leben der Stadt. Wie überall mussten auch zahlreiche Bewohner Staffelsteins im Ersten und Zweiten Weltkrieg ihr Leben lassen.
Die Region am Obermain war ab 1933 unter Beobachtung der Nationalsozialisten. Staffelstein wurde kurz vor Kriegsende am Nachmittag des 12. April 1945, kurz nachdem die ersten Flüchtlingsströme angekommen waren, von amerikanischen Truppen eingenommen.

Staffelstein im Zweiten Weltkrieg
Staffelstein im Zweiten Weltkrieg

In der Nachkriegszeit veränderte sich vieles. Die Einwohnerzahl betrug vor dem Krieg 2.300 und stieg bis 1950 durch Vertriebene und Flüchtlinge auf 3.650. Viele evangelische Christen gelangten nun in den katholisch geprägten Ort. Da der Betsaal zu klein wurde, errichtete man von 1955 bis 1957 die Dreieinigkeitskirche am Georg-Herpich-Platz. Am 1. Juli 1972 verlor Staffelstein durch die Landkreisreform den Status als Kreisstadt.  Heute umfasst die Großgemeinde 38 Dörfer und Weiler und erstreckt sich über immerhin fast 100 Quadratkilometer. Die Zahl der Einwohner hat die 10.000er-Marke überschritten.

Der Grundstein für die jüngste touristische Entwicklung Bad Staffelsteins wurde übrigens erst in den 1970er Jahren gelegt. Erste Begegnungen mit den „Fremden" machten gerade die Bewohner des Lautergrunds vor allem mit den Patienten und Gästen in der Kurklinik in Schwabthal (BfALungenheilanstalt). Maßgeblich für die Entwicklung zur heutigen Kurstadt war jedoch eine 1.600 Meter tiefe Bohrung im Sommer 1975, bei der man auf die wärmste und stärkste Sole Bayerns traf - 47 bis 52 Grad warmes, kohlensäure- und eisenhaltiges Thermalsolewasser. Im Jahr 1986 wurde die Obermain Therme eröffnet, die inzwischen mehrmals erweitert wurde. Seit 1995 besteht die Schön Klinik Bad Staffelstein als Rehaklinik und der Kurpark wurde 1999 angelegt.

Staffelstein als Badstadt

Am 15. November 2001, 26 Jahre nach der Entdeckung der Thermalquelle, wurde Staffelstein staatlich als Heilbad anerkannt. Seither heißt der Ort „Bad" Staffelstein.

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